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#HohenzollernWalk durch die Cadolzburg – Mittelalter meets Internet

Das erste Mal wurde die Cadolzburg im Jahr 1157 urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist sie im Besitz der Hohenzollern und hat so manchem Angriff stand gehalten. Am vergangenen Samstag – ganze 860 Jahre später – wurde die Cadolzburg erneut belagert. Diesmal von einer bunten Horde Blogger, Instagrammer und Presseleuten. Eingeladen hatte Tanja Praske die Social-Media-Gemeinde zum #HohenzollernWalk, um gemeinsam hinter die Burgmauern zu gucken und das neue Erlebnismuseum quasi digital zu erkunden. Der Andrang und das Interesse auf den #HohenzollernWalk war groß, so dass am Ende die Plätze unter den Bloggern ausgelost werden mussten. Ich hatte Glück und war eine von 20 Bloggern, die das Museum außerhalb der Öffnungszeiten besichtigen durften.

Nach einer kurzen Einführung durch die Kuratoren des Museums ging es los mit der Burgführung. Im ummauerten Burggarten machten wir unseren ersten Stop. Hier werden viele Sorten Gemüse wie Butterkohl und Getreide angebaut, die es heute gar nicht mehr gibt, im Mittelalter aber tagtäglich auf dem Teller landete. Auch Blumen, die aufgrund ihrer kräftigen Farben zum Färben verwendet werden konnten, wachsen hier. Die Schlösserverwaltung legt großen Wert darauf, den Besuchern eine Vielfalt historischer Getreide- und Gemüsesorten zu zeigen und über die Besucher darüber zu informieren, wie ein typischer Burggarten im Mittelalter beschaffen war. Da gerade Juli ist, blüht es an allen Ecken wunderschön.

Weiter ging es in den Burginnenhof. Dort konnten wir uns ein gutes Bild der vielen einzelnen Gebäudeteile der Burg machen. Natürlich mussten wir Blogger alles auch in Bildern festhalten. Und so kam es zu lustigen Szenen. Jeder Teilnehmer hatte natürlich Kamera oder das Handy in der Hand. Und während der Führung wurde von allen natürlich fleißig getwittert und gepostet. Gebt doch bei Twitter einfach mal #HohenzollernWalk ein, dann könnt ihr den Samstagabend wunderbar chronologisch per Tweet nachverfolgen.

Auf 1500 m² Ausstellungsfläche gab es für uns Blogger einiges zu sehen und entdecken. Und das ist auch das Besondere an der Ausstellung mit dem treffenden Titel „HerrschaftsZeiten“. Hier wird Geschichte nicht in Vitrinen versteckt, sondern das Mittelalter wird in vielerlei Weise lebendig. So auch im Küchenbau des Schlosses. Unter dem zehn Meter hohen Ochsenschlot wurde gekocht und gebraten. Um das zu versinnbildlichen, sieht man einen knusprigen Braten über dem Feuer brutzeln, während man einen leichen Duft von Rauch und Braten wahrnimmt. Man nimmt das Museum mit allen Sinnen war, und dazu gehört auch die Nase.

An allen Ecken des Museums steckt Technik. Aufwendige Installationen, Grafiken, Filme, Projektionen, digitale Stammbäume oder Hörstationen. Langweilig wird es hier nicht. Der Einblick in das Spätmittelalterliche Leben der Hohenzollern ist wirklich abwechslungsreich gestaltet. Was aßen die Burgbewohner? Worauf und wie wurde geschlafen? Wer möchte kann sich sogar in ein mittelalterliches Bett legen oder gleich auf dem Strohsack ein Nickerchen halten. Und wer schon immer mal in einer Ritterrüstung stecken wollte, bekommt hier die Gelegenheit. So ein Kettenhemd wiegt eine ganze Menge, habe ich festgestellt, während der Handschuh einer Rüstung eigentlich ganz bequem sitzt. Es gibt sogar ein digitales Ritterturnier. Zwei Personen können im Wettkampf gegeneinander antreten. Allerdings ohne Pferd und Rüstung. Aber Spaß macht das Ritterturnier 2.0 allemal.

Tagesablauf auf der Burg:

Wenn ihr euch schon immer mal gefragt habt, was die Burgleute früher so den ganzen Tag gemacht haben, dann kann ich euch an dieser Stelle mi genau dieser Information versorgen. Der Tagesablauf war durchgetaktet und man legte viel Wert auf Geselligkeit.

  • 4 Uhr
    Aufstehen, der Tag beginnt
  • 9 Uhr
    Essen des Hofstaats
  • 10-12 Uhr
    Regieren
  • 12-14 Uhr
    Geselliges Beisammensein im Frauenzimmer
  • 14-17 Uhr
    Regieren
  • 17 Uhr
    Essen des Hofstaats
  • 18-19 Uhr
    Geselliges Beisammensein im Frauenzimmer
  • 19 Uhr
    Schlaftrunk
  • 20 Uhr
    Bettgehzeit

Zum Abschluss unseres Rundgangs kamen wir in den Teil des Neuen Schlosses. Hier sieht man in beeindruckender Weise die Größe des Gebäudes. Die Burg wurde im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und im Teil des Neuen Schlosses sieht man das noch auf beeindruckende Weise. Denn hier wurde nicht wieder aufgebaut. Der Gebäudeteil bekam lediglich ein neues Dach und spiegelt eine unwahrscheinliche Größe wieder. Da kam ich mir richtig klein vor. Nicht zu Unrecht auch das „gröpte Treppenhaus Frankens“ genannt. Ich war mehr als beeindruckt. Hier wird auch auf einer Installation die Geschichte der Cadolzburg erzählt. Von der Hohenzollernzeit bis zum Dritten Reich, als die Burg ein Eliteinternat der Hitlerjugend war.


Nach der Führung durch die Ausstellung versammelten sich alle Blogger und Instagrammer zum gemeinsamen Ausklang zum Get-Together. Hier konnte man noch mal ins Gespräch kommen und ich war ganz überrascht, wie viele verschiedene Blogger doch dabei waren. Und die kamen nicht nur aus der Gegend, sondern teilweise sogar aus München und Berlin für den Abend angereist. Foodblogger (www.aus-meinem-kochtopf.de), Lifestyleblogger (www.blog-in-orange.de), Kulturblogger (www.blog.museumsperlen.de und www.unterwegsinsachenkunst.de), Reiseblogger (www.hiddentraces.com), Fotoblogger (www.coole-fotos.de) und natürlich wir Familienblogger (www.zwillingswelten.de) um nur ein paar aufzuzählen. Nur dafür, dass ihr einen Eindruck davon gewinnt, wie gemischt die Bloggertruppe war. Auf dem unteren Fotos seht ihr mich mit den Mädels von Tourismus Nürnberg.

Das Erlebnismuseum der Cadolzburg ist auf jeden Fall eine Reise und einen Besuch wert, auch für Familien. Unsere Führung durch die Cadolzburg dauerte fast zwei Stunden. Leider viel zu kurz, denn ich habe bei weitem noch nicht alles sehen und bestaunen können. Das heißt für mich, dass ich auf jeden Fall auch privat dem Museum noch einmal einen Besuch abstatten werde mit ganz viel Zeit im Gepäck. Und das solltet ihr auch tun.

Viele Workshops und Vorträge könnt ihr neben dem normalen Museumsbesuch besuchen. Dafür einfach immer mal wieder auf die Veranstaltungsseite des Museums gucken. Vom mittelalterlichen Kochkurs bis zum Ritterturnier ist alles dabei. Und das beste zum Schluss: Kinder bis 18 Jahren kommen kostenlos ins Museum. Das freut den Geldbeutel.

Liebe Grüße
Anke

P.S.: Einen großen Dank an dieser Stelle noch mal an Tanja Praske, die Bayerische Schlösserverwaltung sowie dem Museum Cadolzburg für die Durchführung.

 

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5 Kommentare

  • Antworten
    Aus meinem Kochtopf
    6. Juli 2017 at 9:14

    Danke, Anke.

    Habe Deinen Beitrag in meine Linksammlung eingefügt.

    LG, Peter

  • Antworten
    Tanja Praske
    7. Juli 2017 at 8:33

    Liebe Anke,

    wunderschöner Post mit tollen Fotos! Den Tagesablauf im Spätmittelalter las ich sehr gerne – klasse! Es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat. Für mich persönlich war es prima, nachdem wir uns schon auf der denkst verpasst haben, dich auf dem #HohenzollernWalk zu sprechen. Es war richtig prima mit euch allen – die Stimmung hat sich mir eingebrannt!

    Herzlich,
    Tanja

  • Antworten
    #HohenzollernWalk auf der Cadolzburg - Fürstenleben einmal anders!
    7. Juli 2017 at 13:10

    […] geht online: „#HohenzollernWalk durch die Cadolzburg – Mittelalter meets Internet“ […]

  • Antworten
    Infopoint Museen und Schlösser in Bayern
    13. Juli 2017 at 13:25

    Liebe Anke,

    herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag zum #Hohenzollernwalk, der viele schöne Momente dortwachgerufen hat! Und danke auch für die Erwähnung unseres Blogs, das freut uns sehr!

    Liebe Grüße, Anna Blenninger
    Redaktionsteam Museumsperlen

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