Familienalltag

Aus dem Familienarchiv: Kinderkotze im Ausschnitt

Heute bekommt ihr einen Text zum lesen, der etwas über zwei Jahre alt ist. Ich hab ihn nach einem schrecklichen Tag im Leben einer Mama geschrieben, ihn aber nie online gestellt. Vor ein paar Tagen bin ich zufällig wieder auf ihn gestoßen und habe mich nun entschlossen, euch diese Geschichte nicht vorzuenthalten.

Es war einmal …

Ich sag wies ist: Ein seltsamer Tag. Einfach seltsam. Dabei begann dieser Montag wie ein ganz gewöhnlicher Wochenstart. Junior schlief wie immer bis um 8 Uhr und ich somit auch. Wir spielten, frühstückten, putzten Zähne und schauten Bilderbücher an. Alles bis dahin wie immer. Ausnahmsweise brachte ich Junior an diesem Montag aber bereits um 10.45 Uhr in die Krippe, weil ich um 11 Uhr einen Termin bei meiner Bank hatte. Also Kind rein ins Auto, zur Krippe, Verabschiedung, rein ins Auto, Parkplatz in der Innenstadt suchen, zur Bank hetzen. Das Gespräch mit der Bank war sehr positiv. Danach noch schnell zum Bäcker und los zur Arbeit.

Ich war ein bisschen zu früh da, doch das macht nichts. Ich höre dann im Auto immer noch ein bisschen mein aktuelles Hörbuch weiter. Und ab jetzt wird der Tag stressig. Ich fahre ins Parkhaus, suche im Auto meine Parkhauskarte – finde sie nicht. Am Freitag hatte ich sie noch, nun war sie spurlos verschwunden. Also nix mit Parkhaus. Ich rückwärts die Rampe wieder runter, ärgern und wenden. Mit den Parkplätzen ist es in Nürnberg ja so eine Sache. Es gibt einfach keine Parkplätze. Also fahre ich durch die Seitenstraßen auf der Suche nach einem Parkplatz. Ewig weit entfernt, fährt gerade ein Auto aus einer Parklücke und ich gleich rein in den Parkplatz. Glück gehabt. Dann nachdenken. Ich brauche eine neue Parkhauskarte. Das wird teuer, denn Verlust der Karte kostet. Mist! Ich ärgere mich tierisch, als ich im Stechschritt zurück zur Arbeit laufe. Ich hebe ich noch schnell Geld ab und hetze dann in meine Abteilung. Erst mal hinsetzen, durchatmen und vor allem etwas Essen. Gut, dass ich bereits beim Bäcker war.

So richtig satt bin ich nicht, als auf einmal das Telefon klingelt und die Krippe anruft. Junior hat sich soeben übergeben und weint die ganze Zeit. Auch das noch! Zum Glück ist mein Chef sehr spontan und lässt mich gehen. Ich hätte zwar erst am Donnerstag meinen freien Tag, aber dann habe ich den eben jetzt. Nach 15 Minuten auf Arbeit hetzte ich also wieder zurück zum Auto. Meine Füße schmerzen. Für einen Marathon hab ich eindeutig das falsche Schuhwerk an. Aber Zähne zusammenbeißen und durch! Dann düse ich über die A73 zurück nach Erlangen und denke mir bei jedem Auto, welches vor mir fährt: Platz da, lasst mich durch, ich muss zu meinem kranken Kind! Ich schaffe es auch tatsächlich in einer rekordverdächtigen Zeit in der Krippe aufzutauchen. Junior kommt mir Freude strahlend entgegengelaufen. Es scheint ihm besser zu gehen.

Also rein ins Auto und ab nach Hause. Was mir an Junior sehr verdächtig vorkommt, ist die Tatsache, dass er den gesamten Weg vom Auto zu unserer Wohnung an meiner Hand läuft. Ohne loszulassen und loszulaufen wie sonst üblich. Er scheint wirklich krank zu sein. Sehr verdächtig. So richtig fit ist Junior  wirklich nicht und nachdem ich schon dachte, es geht aufwärts, kommt es ganz dicke … Junior muss sich plötzlich erneut übergeben. Ich nehme ihn auf den Arm und in diesem Moment merke ich schon, wie die ganze Kotze in meinen Ausschnitt schwappt.

Junior voll, Mama voll, Teppich voll, Couchtisch voll. Überall Kinderkotze.

Junior weint wie am Spieß und will nicht von mir weg. Ich eile mit ihm auf dem Arm ins Schlafzimmer und hole ein großes Handtuch aus dem Schrank und wische uns notdürftig ab. Doch Junior will unter großem Geschrei auf meinem Arm bleiben. Ich habe keine Chance, ihn kurz beiseite zu setzten um mich und ihn trocken zu legen und etwas Sauberes anzuziehen. Also wische ich eher notdürftig die Kotze weg und beruhige den Kleinen erst einmal. Er weint erbärmlich.

Endlich hat sich Junior etwas beruhigt und ich ziehe mich komplett aus und Junior gleich mit. Nachdem wir beide neu eingekleidet sind, breite ich ein großes Handtuch auf dem Sofa im Wohnzimmer aus. Bloß nicht noch einmal. Ich setze Junior darauf und merke, dass es ihm nicht gut geht. Er bleibt einfach liegen und guckt mich an. Essen will er nichts. Dafür trinkt er viel Fencheltee. Das soll gut für den Magen sein. Doch auch der Tee kommt im hohen Bogen wieder aus dem kleinen Kerl. Diesmal allerdings schaffen wir es bis ins Bad. Junior muss ich nun erneut umziehen. Danach schläft er neben mir erschöpft auf der Couch ein. Er schläft eine Weile, bis er unter weinen wieder aufwacht und sich erneut übergibt. So geht das an diesem Nachmittag noch ein paar Mal bis Papa endlich nach Hause kommt.

Junior liegt auf der Couch und schläft. Er hat viel getrunken und nichts gegessen. Nach dem Schläfchen ist er etwas ansprechbarer und sieht Papa und mir beim Essen zu. Er will noch nichts. Anschließend sitzen wir alle drei auf dem Sofa und gucken TV. Langsam wird Junior munterer und hat plötzlich einen Keks in der Hand. Er isst, zum Glück! Auch plappert er ein wenig vor sich hin. Es scheint ihm besser zu gehen. Und tatsächlich. Gespiehen wird an diesem Abend nicht mehr und auch die ganze Nacht herrscht Ruhe. Gott sei Dank! Am nächsten Tag konnte Junior wieder normal in die Krippe. Alles ist bestens und ich bin total o.k. Was für ein Tag! Auch ich falle müde ins Bett!

Kennt ihr solche Tage? Auch schon einmal vollgekotzt worden?

Liebe Grüße
Anke

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1 Kommentar

  • Antworten
    Lena
    29. Januar 2018 at 21:12

    Liebe Anke,
    Danke für diesen Bericht 🙂 Es passte heute einfach zu gut, da ich heute selbst den ganzen Nachmittag dem Töchterchen den Eimer halten musste 😉
    Alles Liebe
    Lena

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