Familienalltag

Wie ich eine von diesen Fußballmuttis wurde

Ich gebe zu: In manchen Dingen bin ich ein wenig naiv. Da es auf der Welt so viele, tolle Sportarten gibt, war ich mir sicher, meine Samstage nicht am Rand eines Fußballfeldes verbringen zu müssen. Allein bei den Olympischen Spielen werden Medaillen in 26 verschiedenen Sportarten vergeben. Badminton, Judo, Schwimmen, Segeln, Turnen, Fechten, Ringen, Handball, Reiten, … Jede Menge Sportarten und die Liste ist endlos.

Dass Junior einmal den Fußball für sich entdecken würde, war in meiner Welt nicht vorgesehen. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe Fußball, wir gucken sehr gerne Fußball und wir sind leidgeprüfte Fans des 1. FC Nürnberg. Bei Welt- und Europameisterschaften sind wir es, die bei jedem Spiel vor dem Fernseher sitzen und das ganze Haus in Schwarz-Rot-Gold geschmückt ist. Fußball gehört zu unserem Leben. Wir hatten sogar schon einmal einen Fussballversuch hinter uns, doch der scheiterte damals noch an Juniors Schüchternheit. Trotzdem kam die Tatsache, dass Junior einmal wirklich Fußball spielen würde, in meiner Gedankenwelt einfach nicht vor.

Fußball = Bewegung an der frischen Luft

Sehr engstirnig und naiv, das weiß ich jetzt auch. Seit einem Jahr ist unser Sechsjähriger im Kickboxverein. Das machte ihm anfangs sehr viel Spaß, die Begeisterung hat aber leider etwas nachgelassen. Seit Junior in die Schule gekommen ist, ist bei ihm das Thema Fußballspielen sehr aktuell. Ein paar seiner Freunde und Klassenkameraden spielen Fußball im Verein und natürlich wollte er da dabei sein. Kann ich nachvollziehen. Und natürlich bin ich kein Unmensch. Und so habe ich Junior Ende November letzten Jahres zum ersten Probetraining begleitet. Seither geht er jeden Freitag zum Training, ab dem Frühjahr dann zweimal die Woche.

Laut DFB gibt es allein in Bayern 4530 Vereine mit einer Fußballabteilung. Das ist deutschlandweiter Rekord. Allein in unserer Stadt gibt es unzählige Vereine. Die Auswahl war aber nicht schwer, denn Junior möchte natürlich dort spielen, wo seine Freunde sind. Für unseren energiegeladenen Sohn ist Fußball genau der richtige Sport. Viel Bewegung, Schnelligkeit, Ausdauer und Taktik. Anfangen können Kinder unter sieben Jahren bei den „Bambinis“. Die reguläre Einteilung nach Altersklassen bei den Junioren startet mit den G-Junioren und geht in der Regel bis zum 18. Geburtstag. Ab der Volljährigkeit wird dann ganz normal bei den Herren- oder Damenmannschaften mitgespielt.

Was braucht mein Kind an Sportausrüstung?

Gut an dem Fußballsport ist, dass die Ausrüstung überschau bar ist und für den Anfang nicht viel angeschafft werden muss. Eine Trainingshose und ein einfaches T-Shirt oder Trikot reichen für den Anfang vollkommen. Das hat man ja meistens eh schon im Kleiderschrank und muss nicht neu angeschafft werden. Hinzu kommen natürlich Fußballschuhe für die Halle und den Rasen und Stutzen und Schienbeinschoner. Fehlen noch eine Trinkflasche und eine Sporttasche, in der alles verstaut werden kann und schon kann es losgehen. Wer die nötige Freude am Spiel mitbringt, hat eigentlich schon gewonnen.


Hauptsache Spaß dabei

Ich als Mutter möchte vor allem, dass mein Sohn Spaß hat beim Sport und sich so richtig auspowern kann. Dabei lernen die Kinder neben dem Fußballspielen – wie eigentlich bei jedem Mannschaftssport – viele weitere Fähigkeiten, die vor allem im Miteinander mit anderen Menschen wichtig sind.  An erster Stelle steht das Verlieren lernen. Mein Sohn ist ein geborener Gewinnertyp. Er hasst es zu verlieren und lässt das uns und andere auch wissen. Da können auch schon mal Tränen kullern. Sich an Regeln halten und lernen auch mal zu verlieren, muss erst gelernt werden. Auch das gehört zum Fußballspielen. Dazu kommen ein respektvolles Miteinander und natürlich Toleranz. Auch das Zusammenspielen als Mannschaft steht im Mittelpunkt.

Das erste Turnier war übrigens vor zwei Wochen. Junior war ganz aufgeregt und konnte am Vorabend schlecht einschlafen. Am nächsten Morgen am Tag seines ersten Fußballturniers wollte er dann auch gar nichts Frühstücken vor lauter Aufregung. Ich war nicht weniger augeregt. Irgendwie fiebert man als Mutter ja total mit. Bei unserem Hallenturnier traten fünf Mannschaften aus dem Umkreis an. Von vier Spielen verlor unsere Mannschaft ganze drei Spiele. Das letzte Spiel ging immerhin unentschieden aus. Kein einziger Ball wollte ins Tor. Traurig war Junior deswegen nicht. Zwar ärgerte er sich ein bisschen, aber er sagte, dass er ganz viel Spaß gehabt hat – und das ist doch die Hauptsache. Da kann das nächste Turnier ja kommen.

Und ihr wisst ja jetzt, wo ich am Wochenende künftig öfter sein werde. Genau, am Spielfeldrand 😉 Vielleicht sehen wir uns dort.

Liebe Grüße
Anke

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2 Kommentare

  • Antworten
    Sarî
    25. Januar 2020 at 9:31

    Hachja… ich hab auch immer gesagt, dass ich jede Verrücktheit gerne mitmache nur nie und nimmer Fußball. Und wo stehe ich jetzt seit 4 Jahren? Zwei Mal die Woche Training, davon einmal drinnen, einmal draußen und im Schnitt jedes Wochende ein Turnier (mindestens) oder Staffelspiel. Freizeit wird immer rarer, weil Fußball mehr und mehr davon einnimmt. Ich freue mich auf den Tag, wo der große Sohn dann alleine hin geht und mich nicht mehr braucht 🙂 Wahrscheinlich will bis dahin dann der kleine Sohn auch

    • Antworten
      Anke
      30. Januar 2020 at 9:41

      Oh Gott, wir stehen noch ganz am Anfang. Wahrscheinlich kann ich nach vier Jahren auch Fußball nicht mehr sehen 😉
      LG Anke

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