Beruf & Vereinbarkeit

Lasst uns über Geld sprechen #MamasUndMoneten

Das Thema Geld ist ein leidiges Thema, über das nicht gern gesprochen wird. Auch ich rede nicht so gern über Geld. Irgendwie ist mir das Thema unangenehm. Dabei ist gerade für uns Frauen die finanzielle Unabhängigkeit wichtiger denn je. Wir können nicht oft genug über Geld reden, denn allein auf unsere Partner sollten wir uns in finanzieller Hinsicht nicht verlassen. Schon gar nicht beim Thema Rente.

#MamasUndMoneten

Früher war das anders. Da suchte sich Frau für gewöhnlich einen Mann zum Heiraten. Der Ehemann ging arbeiten, während die Ehefrau zuhause die Kinder hütete und das eine Gehalt reichte für ein gutes Leben. Selbst nach dem Tod des Mannes war Frau durch die Witwenrente gut versorgt. Glücklich und zufrieden gemeinsam bis ans Lebensende mit dem Partner zusammen zu bleiben, wünschen sich die meisten von uns. Leider wird dieses Lebensmodell immer mehr zum Auslaufmodell. Heutzutage gehen Beziehungen und Ehen viel leichter in die Brüche und den wirklichen Partner fürs ganze Leben finden (leider) nur die wenigsten. Genau aus diesem Grund ist es so wichtig auch als Frau nicht die finanzielle Zukunft aus den Augen zu verlieren.

Das Leben ist teuer und kommen Kinder dazu, gehen die Kosten noch mal nach oben. In den meisten Familien sieht die Planung so aus, dass Papa arbeitet und Mama erst mal mit den Kindern zuhause bleibt. Denn die Kinder betreuen sich nicht von allein. Meist steigt die Frau in Teilzeit oder einem 450-Euro-Job früher oder später wieder in das Berufsleben ein und landet somit prompt in der vielzitierten Teilzeitfalle. In Hinsicht auf die spätere Rente ein Fiasko.

Genau darüber haben sich auch die tollen Bloggerinnen Laura (HeuteistMusik) und Sophie (Kinderhaben) ihre Köpfe zerbrochen und die Blogparade #MamasUndMoneten ins Leben gerufen. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, endlich Verantwortung über ihre finanzielle Zukunft zu übernehmen mit dem großen Ziel „finanzielle Unabhängigkeit“ zu erreichen. Beim Lesen ihrer ersten Blogartikel zu dem Thema, dachte ich mir: Das Thema ist mein Thema! Dazu habe ich eine Menge zu sagen.

Wie ist das bei mir?

Ich selbst komme aus einer klassischen Arbeiterfamilie. Die Ehe meiner Eltern ging früh in die Brüche. Als sie sich trennten, war ich gerade einmal vier Jahre alt. Fortan lebte ich mit meiner Mutter allein, was auch bedeutete, dass meine Mutter allein für unseren Lebensunterhalt aufkam. Sie arbeitete immer hart. Natürlich bekam ich mit den Jahren mit, dass wir keine großen Sprünge machen konnten und nicht jeder Wunsch erfüllt werden konnte, doch ich vermisste nichts. Ich wuchs auf mit dem Vorbild meiner arbeitenden Eltern, allen voran meiner Mutter.

Eine Mutter in der Rolle der klassischen Hausfrau habe ich also nie kennengelernt und vorgelebt bekommen. Ich war bis nachmittags im Kindergarten und nach der Schule besuchte ich den Hort, bis meine Mutter Feierabend hatte und mich abholen kam. Vielleicht ist das der Grund, dass ich nach der Geburt meines eigenen Sohnes nicht auf Dauer zu Hause bleiben wollte. In meiner Vorstellung kam die „Hausfrau“ nicht vor. Ich verdiene schon immer mein eigenes Geld und kaufe mir, was ich möchte. Mir vorzustellen, dass ich dauerhaft zuhause bleiben und von meinem Lebensgefährten finanziell abhängig sein würde, kommt in meiner Vorstellung einfach nicht vor. Das kann ich nicht. Mein ganzes Inneres sträubt sich bei diesem Gedanken. Also blieb ich nach der Geburt unseres Sohnes vor fünf Jahren für zwölf Monate in Elternzeit mit dem Baby zuhause. Das eine Jahr mit meinem Sohn intensiv zu erleben, war wunderschön, doch finanziell war es auch eine totale Umstellung. Denn plötzlich bekam ich ja nur noch 67 % meines gewohnten Gehaltes. Das war eine Einschränkung, die weh tat. Die Kosten liefen schließlich weiter. Und so schön das Mutterglück ist, mein Kontostand gefiel mir ganz und gar nicht. Ich hab mich mit diesem Zustand nicht wohlgefühlt.

Unser persönliches Lebensmodell

Deshalb stand für mich schon vor der Geburt fest, dass Junior mit einem Jahr eine Krippe besuchen sollte. Glücklicherweise war Junior ein Kind, welches sich gut auf neue Situationen einließ und ich eine Mutter, die loslassen konnte. Unsere Krippe war obendrein noch ein echter Hauptgewinn. Wir fühlten uns alle so wohl dort und die Erzieherinnen waren klasse, sodass ich ruhigen Gewissens, meinen Sohn dort abliefern konnte und wieder Arbeiten ging. Mit meinem Arbeitgeber hatte ich besprochen, dass ich ein halbes Jahr noch Stunden reduzieren und danach wieder Vollzeit in Schicht arbeiten wollte. Das klappte super. Zwar ist es eine logistische und organisatorische Meisterleistung von uns, Junior zufriedenstellend zu betreuen, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten (ich dazu noch in Schichtdienst). Doch es klappt und Junior zieht super mit. Wir haben ein tolles Kind. Auch wenn es unter der Woche mitunter stressig ist und wir die Betreuungslücken mit Omas und Opas stopfen müssen, wollen wir unser Leben genau so.

Ein anderes Leben für mich persönlich kann ich mir aktuell nicht vorstellen. Ich bin eine glückliche und zufriedene, arbeitende Mutter. Und ich glaube, das ist so, weil ich arbeite, weil mein eigenes Geld verdiene und weil ich die Fäden mein Leben in der Hand habe. Mein Mann versteht und unterstützt mich. Schließlich haben wir von Anfang an über unsere Lebensplanung gesprochen und so für uns entschieden.

Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, wo wir Frauen selbst entscheiden können, wie unser Leben aussehen soll. Mit Familie, ohne Familie, Teilzeit, Vollzeit, Hausfrau aus Überzeugung … Das ist toll. Man sollte nur nicht vergessen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und ruhig einen kritischen Blick in die eigene, finanzielle Zukunft werfen.

Liebe Grüße
Anke

 

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9 Kommentare

  • Antworten
    Eva - Miriam und Eva unterwegs
    18. September 2018 at 14:24

    Ich denke, da gibt es so viele verschiedene Modelle, die funktionieren solange alle einverstanden sind. Aber es ist auf jeden Fall wichtig, darüber zu sprechen und sich klar zu machen, wa diese Entscheidungen bedeuten.
    Ich bin alleinerziehend und arbeite Vollzeit ohne Unterstützung – allerdings viel von zu Hause aus. Betreuung ist immer ein Problem, oft muss meine Tochter dann auch mal mit ins Büro. Finanziell unabhängig bin ich gezwungenermaßen – geht ja nicht anders, als dass ich unser Geld verdiene…
    Früher war mir das auch in einer Beziehung unglaublich wichtig, aber nach dem Druck der letzten Jahre würde ich glaube ich jetzt auch ganz gut annehmen können, wenn es vielleicht dann anders wäre. Aber wer weiß, wie man dann in der wirklichen Situation entscheiden würde..

    • Antworten
      Anke
      18. September 2018 at 14:53

      Vollzeit als Alleinerziehende finde ich absolut bewundernswert und kostet sicherlich viel Kraft. Danke für deinen Kommentar.
      LG Anke

  • Antworten
    Denise
    18. September 2018 at 19:43

    Ach – ich muss ehrlich sagen, so unbedingt arbeiten müsste ich nicht. Ich wäre auch zuhause glücklich. So bewahre ich mir aber noch ein Stück Selbstständigkeit. Das ist viel wert. Wichtig am Ende ist vor allem, dass es allen mit der Entscheidung gut geht.

    • Antworten
      Anke
      18. September 2018 at 19:50

      Du sagst es, liebe Denise. Alle müssen sich einig sein und jeder in der Familie muss sich mit der Entscheidung wohl fühlen. Ich warte ja immer noch auf den Lottogewinn oder die unbekannte Erbtante. Dann würde ich sofort daheim bleiben 😉
      LG Anke

  • Antworten
    Isa
    18. September 2018 at 19:47

    Ich finde es wichtig, dass ich als Frau unabhängig bleibe. Du weißt nie, ob eine Ehe ewig hält und dann musst du für die Familie sorgen. Außerdem möchte ich eine eigene Rente haben. Ich habe zwar auf Teilzeit reduziert, aber ganz aufhören werde ich nicht. Irgendwann werde ich auch wieder Vollzeit arbeiten. Aber erst, wenn die Kinder größer sind.

    • Antworten
      Anke
      18. September 2018 at 19:48

      Finde ich super. Genau so denke ich auch!
      LG Anke

  • Antworten
    sina martin
    20. September 2018 at 7:17

    ich gehe auch „nur“ auf 450 € arbeiten und das auch nur auf abruf. was anderes ginge für mich einfach im moment nicht. mein mann arbeitet in 3 schicht und hat durch seine führungsposition auch immer außer plan mal auf der arbeit zu erscheinen. und wir haben schließlich die 3 kids zuhause von denen eins noch nicht im kiga ist (und u3 in den kiga kam für mich nie in frage) zum glück habe ich meine schwiegermutter, die den kleinen bzw alle 3 dann nimmt wenn ich arbeiten muss. aber für jeden tag mehrere stunden wäre ihr das einfach zu viel gewesen und hätte ich auch nicht gewollt. mal sehen wie es wird wenn der kleine jetzt auch in kiga kommt. ….

    • Antworten
      Anke
      20. September 2018 at 11:20

      Es muss ja auch niemand Arbeiten gehen. Bei euch passt es im Moment einfach noch nicht, dass du wieder „richtig“ arbeitest. Da geht eindeutig die Familie vor. Sollen ja alle damit glücklich sein und wenn du vom Kopf her wegen der Kinder noch nicht kannst und möchtest, ist das vollkommen legitim.
      LG Anke

  • Antworten
    Chaoshoch4
    21. September 2018 at 9:38

    Huhu,
    ich muss gestehen, ich habe mich mit dem Thema tatsächlich bislang 0 Beschäftigt. Ich weiß lediglich das die Pflegekasse aktuell meine Rentenbeiträge zahlt, weil ich eben daheim bleibe und unsere Jungs mit Pflegestufe selbst betreue.

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